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Gemeinde Dänikon

 

Forschung im Reallabor: Wie akzeptiert ist automatisierte Mobilität im Alltag?

Im Pilotprojekt iamo – intelligente automatisierte Mobilität startet die wissenschaftliche Begleitforschung zu automatisierten Mobilitätsangeboten im öffentlichen Strassenraum. Anlass ist der Beginn einer mehrjährigen Begleitstudie im Furttal, inklusive einer ersten Bevölkerungsbefragung ab 02.03.2026. Im Fokus stehen Fragen zur Wahrnehmung, Akzeptanz und Nutzung automatisierter Mobilität sowie zur Ausgestaltung eines zukünftigen operativen Betriebs.

Das Pilotprojekt «iamo» der Projektpartner Swiss Transit Lab, SBB sowie der Kantone Zürich und Aargau schafft dafür eine einmalige Reallaborumgebung. Automatisierte Fahrzeuge sind im öffentlichen Verkehr im Einsatz, wodurch reale Nutzungssituationen im Alltag beobachtet und wissenschaftlich ausgewertet werden können. Ziel der Begleitforschung ist es, belastbare Erkenntnisse zur Wahrnehmung, Nutzung und Akzeptanz automatisierter Mobilitätsangebote zu gewinnen sowie deren vertrauenswürdige, nutzbringende Einbettung und Skalierung im bestehenden Verkehrssystem zu untersuchen – insbesondere im öffentlichen Verkehr sowie in ländlichen und periurbanen Räumen. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat den Pilotversuch im November 2025 genehmigt und begleitet ihn eng mit.

 

Begleitforschung im Furttal: Fokus Bevölkerung und Nutzung 

Parallel zur laufenden Trainings- und Testphase beginnt nun die systematische wissenschaftliche Begleitforschung. Im Zentrum stehen dabei die Erfahrungen und Einschätzungen der Bevölkerung in der Pilotregion Furttal sowie von weiteren relevanten Akteuren im Mobilitätssystem.

Ein zentrales Element bildet eine breit angelegte Bevölkerungsbefragung, die den Auftakt zu einer mehrjährigen Panelstudie darstellt. Die erste Erhebung richtet sich an bis zu 20'000 Einwohnerinnen und Einwohner in den beteiligten Gemeinden Boppelsen, Buchs, Dällikon, Dänikon, Hüttikon, Otelfingen und Regensdorf. Erfasst werden unter anderem Einstellungen, Erwartungen und Nutzungsinteressen gegenüber automatisierten Mobilitätsangeboten sowie das alltägliche Mobilitätsverhalten.

Zu späteren Zeitpunkten werden diese Daten erneut erhoben, um Veränderungen über die Zeit hinweg nachvollziehen zu können.


 

 

Zentrale Forschungsfragen der Begleitforschung 

Die wissenschaftliche Begleitforschung wird von der Stiftung für Prävention der AXA, der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) durchgeführt. Dabei werden technische Analysen mit sozial- und verhaltenswissenschaftlichen Methoden kombiniert, darunter Bevölkerungsbefragungen, Interviews, Fokusgruppen sowie die Auswertung von Betriebs- und Umfelddaten.

Untersucht wird, wie automatisierte Fahrzeuge von Fahrgästen, Anwohnenden und weiteren Verkehrsteilnehmenden wahrgenommen werden und welches Sicherheitsgefühl sie im Alltag vermitteln. Analysiert wird zudem, wie sich Vertrauen und Akzeptanz gegenüber dem neuen Angebot entwickeln und welche Faktoren diese beeinflussen.

Darüber hinaus wird untersucht, wer automatisierte Mobilitätsangebote nutzt, zu welchen Zwecken und unter welchen Bedingungen sich stabile Nutzungsmuster ergeben. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie sich das individuelle Mobilitätsverhalten in der Region verändert und welche Nachfragepotenziale sich für unterschiedliche Nutzergruppen ableiten lassen.

Ergänzend werden betriebliche Fragestellungen betrachtet. Dazu gehören Erkenntnisse zum zukünftigen Betrieb automatisierter Mobilitätsangebote, zu geeigneten organisatorischen und regulatorischen Rahmenbedingungen sowie zur Übertragbarkeit des Konzepts auf weitere Regionen.
 

 

 

Organisation und Finanzierung der Begleitforschung 

Die wissenschaftliche Begleitforschung wird in enger Zusammenarbeit zwischen der Stiftung für Prävention der AXA, der ZHAW und dem KIT durchgeführt. Die Stiftung für Prävention der AXA bringt ihre Perspektive aus Sicherheit und Prävention im Strassenverkehr ein. Die operative Durchführung der empirischen Erhebungen und Analysen liegt bei den Forschungsteams der ZHAW und des KIT.

Diese Arbeitsteilung stellt sicher, dass technische, menschliche und betriebliche Aspekte automatisierter Mobilität gemeinsam betrachtet und in praxisnahe, verständlich aufbereitete Erkenntnisse überführt werden.

 

Beitrag zur Weiterentwicklung automatisierter Mobilität

Mit der engen Verzahnung von Forschung und Praxis leistet das Projekt iamo einen Beitrag zur evidenzbasierten Weiterentwicklung automatisierter Mobilität in der Schweiz. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen Behörden, Verkehrsunternehmen und weiteren Akteuren als Entscheidungsgrundlage, um automatisierte Mobilitätsangebote verantwortungsvoll, akzeptiert und wirtschaftlich tragfähig weiterzuentwickeln. Gleichzeitig entstehen Grundlagen für weitere Pilotprojekte sowie für die Ausgestaltung künftiger regulatorischer Rahmenbedingungen.

 

Über das Pilotprojekt iamo

Das Swiss Transit Lab (STL), die Kantone Zürich und Aargau sowie die SBB testen mit dem Pilotprojekt «iamo – intelligente automatisierte Mobilität», wie selbstfahrende Fahrzeuge den öffentlichen Verkehr weiterentwickeln können. Geplant ist der Einsatz von zunächst drei automatisierten Personenwagen im Furttal auf einer rund 110 Kilometer langen Strecke mit etwa 460 Haltepunkten. Die Bevölkerung soll das Angebot im Jahr 2026 nutzen können. Das Projekt wird eng vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) begleitet, welches den Betrieb der selbstfahrenden Fahrzeuge im November 2025 genehmigt hat.


Weitere Informationen:   www.iamo.swiss

 

Gemeinsame Medienmitteilung des Swiss Transit Lab, Stiftung für Prävention der AXA, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vom 26.02.2026

 

 

 

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